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    Kooperation der Deutsch-Brasilianischen Ingenieursakademie (DeBraIA) weiter gefestigt

    09.12.2025 -

    Eine Delegation der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, bestehend aus Prof. Dr.-Ing. Andreas Lindemann, Prof. Dr.-Ing. Fabian Lurz, Prof. Dr.-Ing. habil. Martin Wolter, Dr.-Ing. Mauro dos Santos Ortiz (Koordinator des DeBraIA-Programms), Prof. Dr.-Ing. Nicole Gehring und Prof. Dr.-Ing. Ralf Vick, besuchte Anfang November 2025 die Universidade Federal de Santa Maria (UFSM) in Brasilien. Im Mittelpunkt der Arbeitswoche standen die Vertiefung der strategischen Partnerschaft im Bereich der Elektrotechnik und die Konsolidierung des gemeinsamen Double-Degree-Masterprogramms zwischen der Fakultät für Elektrotechnik, Informationstechnik und Mathematik (FEIT/OVGU) und dem PPGEE/UFSM. Bereits zu Beginn des Aufenthalts schlossen Professorinnen und Professoren beider Universitäten die redaktionelle Ausarbeitung eines neuen Vertrages (Specific Double Degree Agreement) ab; das Dokument wird nun von den Rechtsabteilungen beider Institutionen geprüft.

    Abbildung 1: DeBraIA-Delegation aus Deutschland an der UFSM mit Prof. Mauricio (2. v. l.)

    Im Verlauf der Woche verschaffte sich die Delegation einen umfassenden Einblick in Forschung und Lehre der Elektrotechnik an der UFSM. Besuche in ausgewählten Laboren und Forschergruppen ermöglichten fachlichen Austausch zu aktuellen Projekten und Infrastruktur, darunter das IEM sowie die Gruppen CEESP, GEDRE, GEPOC und GMICRO. Die Gespräche knüpften an bestehende Kooperationslinien an und dienten zugleich der Klärung curriculärer Schnittstellen im Master – etwa Anerkennungsregeln, Mobilitätsfenster und die Verzahnung von Lehr- und Forschungsanteilen für die Doppelgraduierung.

    Ein zentrales Anliegen der Reise war die Präsentation des Programms DeBraIA – Deutsch-Brasilianische Ingenieursakademie – gegenüber Studierenden und universitären Gremien. DeBraIA ist im Rahmen der Transnationalen Bildung (TNB) des DAAD verankert und sieht ein hybrides Studien- und Mobilitätsmodell mit verpflichtendem Auslandsaufenthalt vor; die Initiative stärkt die wissenschaftliche Zusammenarbeit und eröffnet Studierenden beider Länder strukturierte Wege zum Doppelabschluss. Das Programm verfügt über eine initiale Laufzeit von vier Jahren

    Auf besonderes Interesse stießen Formate der direkten Begegnung: In Diskussionsrunden mit Master-Studierenden wurden Anforderungen, Anerkennungsmodalitäten und Betreuungsstrukturen im Double-Degree erläutert; darüber hinaus standen individuelle Beratungen zu Schwerpunkten wie Leistungselektronik, integrierte elektronische Systeme, Energieversorgung/Erneuerbare Energien, Regelungstechnik und EMV auf dem Programm. Diese Interaktionen ergänzten die fachlichen Laborbesuche und schufen zugleich Sichtbarkeit für die geplante erste Studierendengruppe des DeBraIA-Programms.

    Abbildung 2: Vorstellung und Austausch von DeBraIA mit den Studierenden der UFSM

    Die akademische Dimension der Woche wurde durch eine hochschulöffentliche Prüfung akzentuiert: Der Doktorand João Pedro Scherer Cipriani absolvierte seine Zwischenprüfung (Doctoral Qualifying Exam) zum Thema “Real-time Co-simulation of Power Systems with High Participation of Inverter-Based Resources” im Beisein von Vertretungen beider Universitäten. Diese Doktorarbeit wird im Rahmen eines Cotutelle-Promotionsverfahrens von Prof. Dr.-Ing. habil. Martin Wolter (OVGU) und Prof. Dr. Humberto Pinheiro (UFSM) gemeinsam geleitet. Die Prüfung fügt sich in die gewachsene kooperative Betreuung im Promotionsbereich ein und unterstreicht die Integration von Forschung und Lehre, die durch das DeBraIA-Programm auch für Masterstudierende der OVGU und der UFSM verfügbar sein wird.

    Abbildung 3: João Pedro Scherer Cipriani

     

    Auf institutioneller Ebene wurde die Delegation im Rektorat der UFSM empfangen. Dabei stand die mittel- und langfristige Ausgestaltung der Kooperation im Vordergrund – von Governance-Fragen der Doppelgraduierung über die Synchronisierung von Modulhandbüchern bis zu Perspektiven des Austauschs von Dozenten. Ebenfalls auf der Agenda: die Anbindung an das regionale Innovationsökosystem. Im „InovaTec UFSM – Parque Tecnológico“ diskutierte die Gruppe mit Verantwortlichen und besuchte ansässige Unternehmen, um Möglichkeiten für gemeinschaftliche Projekte an der Schnittstelle von Hochschule und Industrie auszuloten.

    Begleitet wurde das Programm von kulturellen Formaten zur Stärkung der persönlichen Netzwerke, darunter Aktivitäten in Kooperation mit dem Centro Cultural Brasil-Alemanha (CCBRAL). Solche Aspekte der Begegnung sind ein integraler Bestandteil transnationaler Hochschulpartnerschaften: Sie unterstützen das gegenseitige Verständnis, erleichtern Betreuungs- und Anerkennungsprozesse und fördern die nachhaltige Bindung von Studierenden und Forschenden an die Partnerschaft.

     

    Nächste Schritte:

    Mit Abschluss der redaktionellen Phase des Doppelabschluss-Abkommens gehen beide Universitäten in die juristische Prüfung und finalisieren operative Leitfäden (Anerkennung, Learning Agreements, Prüfungsausschüsse). Parallel dazu werden Auswahl- und Betreuungsprozesse für die kommende Programmphase konkretisiert. Ziel ist es, Studierenden ab dem kommenden Semester einen klar strukturierten Pfad in das Double-Degree-Programm zu eröffnen – flankiert von Labor- und Forschungspartnerschaften, Industrieanbindungen möglicherweise über den Technologiepark und andere Industriepartner sowie kontinuierlichen Austauschformaten an beiden Standorten.

    Letzte Änderung: 19.01.2026 -
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