LENA bei der IEEE PES T&D 2026 in Chicago
Die IEEE PES Transmission & Distribution Conference & Exposition 2026 fand vom 4. bis 7. Mai 2026 in Chicago, USA, statt. Die Veranstaltung, die im South Building des McCormick Place stattfand, unterstrich mit mehr als 18.000 Fachleuten, 933 Ausstellern und Teilnehmern aus 89 Ländern die Bedeutung der Veranstaltung. Die IEEE PES T&D ist eine der wichtigsten internationalen Veranstaltungen im Bereich der Energie- und Elektrotechnik und bringt Energieversorger, Netzbetreiber, Hersteller, Technologieanbieter, Forscher und Organisationen zusammen, die sich mit der Zuverlässigkeit und Modernisierung von Übertragungs- und Verteilungsnetzen befassen.
Beiträge
João Pedro Scherer Cipriani vertrat den LENA-Lehrstuhl als Diskussionsteilnehmer in der Sitzung „Solutions to current stability and reliability challenges in the European interconnected system“. Die Podiumsdiskussion wurde von Prof. Dr.-Ing. habil. Martin Wolter von der TU Dresden organisiert, der ebenfalls einen Beitrag zur Sitzung leistete; außerdem hielten Uwe Kaltenborn von HIGHVOLT Prüftechnik Dresden, Jacek Wasilewski von PSE Innowacje und Eric Sortomme von AspenTech Vorträge. Die gemeinsame Teilnahme spiegelte die anhaltende wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen LENA an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und der TU Dresden auf dem Gebiet der Stabilität und des Betriebs von Stromnetzen wider.
Abbildung 1: João Pedro Scherer Cipriani während seines Fachvortrags.
In dem Vortrag von João mit dem Titel „Distributed Real-Time Simulation: Accurate IBR Models for Power System Analysis“ ging João auf seine laufende Doktorarbeit zur Echtzeit-Co-Simulation für umrichterdominierte Stromversorgungssysteme ein. Ausgehend von den jüngsten Stabilitätsproblemen in Europa, darunter der Stromausfall auf der Iberischen Halbinsel, wurde in dem Vortrag der wachsende Bedarf an präzisen IBR-Modellen, einer Validierung auf EMT-Ebene sowie Simulationsmethoden hervorgehoben, die in der Lage sind, die Wechselwirkungen zwischen Umrichterregelungen, Kommunikationsverzögerungen und der Dynamik auf Systemebene abzubilden. In diesem Zusammenhang wurde der vorgeschlagene, auf Übertragungsleitungen basierende Kopplungsansatz erörtert, einschließlich der Verwendung großer äquivalenter Entfernungen nicht nur als anspruchsvoller Robustheitsfall, sondern auch als praktisches Problem für geografisch verteilte Simulationen, die Fernmodellintegration und industrielle Hardware-in-the-Loop-Workflows.
Abbildung 2: Prof. Dr.-Ing. habil. M. Wolter von der TU Dresden in der geteilten Panel-Session.
Höhepunkte der Konferenz
Ein wiederkehrendes Thema während der gesamten Konferenz war der zunehmende Druck auf Übertragungs- und Verteilungsnetze, der durch das rasante Lastwachstum – insbesondere durch Rechenzentren – verursacht wird, sowie die damit verbundene Herausforderung hinsichtlich der „Time-to-Power“ beim Anschluss neuer Großverbraucher. Dies stand in engem Zusammenhang mit umfassenderen Diskussionen über die Stabilität von Wechselrichter-basierten Energiequellen, EMT-Simulationen, Modellvalidierung, Netzbildungstechnologien und den widerstandsfähigen Betrieb von Stromnetzen – Themen, die eng mit der aktuellen Forschung bei LENA verbunden sind.
Während der Konferenz hatte João die Gelegenheit, sich mit Teilnehmern und Unternehmern aus den Bereichen der Systemstabilität, erneuerbaren Energien, Anbietern von Schutz- und Automatisierungstechnik sowie der EMT-Simulationsgemeinschaft fachlich auszutauschen. Im Mittelpunkt dieser Gespräche standen aktuelle Herausforderungen bei der Modellvalidierung, die konformitätsorientierte Bewertung von Wechselrichter-basierten Anlagen sowie die praktische Umsetzung neuer technischer Anforderungen für umrichterdominierte Stromnetze.
Die Veranstaltung bot zudem die Gelegenheit, Prof. Luciane Canha und Prof. Lucas Feksa von der Bundesuniversität Santa Maria (UFSM) zu treffen, die beide zuvor Arbeitsaufenthalte bei LENA absolviert hatten. Dies verlieh der Teilnahme eine weitere institutionelle Dimension und verband die Aktivitäten der IEEE PES T&D mit dem umfassenderen Kooperationsrahmen zwischen UFSM und OVGU im Bereich der Elektrotechnik.
Neben den Fachsitzungen bot der Eröffnungsempfang im „The Old Post Office“ einen informellen Rahmen für den Austausch in einem der historischen Wahrzeichen Chicagos, das an den historischen Innovationshintergrund der Stadt erinnerte.
Abbildung 3: Empfang im Alten Postamt. Von der T&D-Website.
Danksagung
Der LENA-Lehrstuhl bedankt sich bei den Organisatoren der IEEE PES T&D, bei Prof. Dr.-Ing. habil. Martin Wolter für die Organisation der Podiumsdiskussion, bei den anderen Podiumsteilnehmern sowie bei allen Teilnehmern, die sich während der Konferenz am fachlichen Austausch beteiligt haben. Die Teilnahme an der IEEE PES T&D 2026 bot wertvolle Gelegenheiten, laufende Forschungsarbeiten vorzustellen, internationale Kontakte zu stärken und die Arbeit von LENA im Bereich der Echtzeitsimulation und der von Wechselrichtern dominierten Stromnetze mit aktuellen Herausforderungen hinsichtlich der Zuverlässigkeit und des Betriebs von Stromnetzen in Verbindung zu bringen.









